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Stadt Heimbach

Integriertes Handlungskonzept

Integriertes Handlungskonzept für die Kernstadt Heimbach

Was ist ein Integriertes Handlungskonzept (IHK) für die Stadt Heimbach?

Ein integriertes Handlungskonzept ist ein mehrjähriger Rahmenplan für einen funktional zusammenhängenden Stadtbereich. Auf der Basis einer Bestandsanalyse werden eine Gesamtstrategie sowie Umsetzungsziele benannt. Das ‚Integrierte Handlungskonzept ‘stellt die nach Bau-Gesetzbuch und der Förderrichtlinien ‚Stadterneuerung Nordrhein-Westfalen‘ geforderte Grundlage zur Durchführung einer Gesamtmaßnahme Soziale Stadt NRW dar. (frei nach  soziale-stadt.nrw.de)

Die Zielvorgaben heben darauf ab, das Profil der Stadt zu schärfen und in einem Leitbild zu verfestigen.

Die Herausforderungen im Städtebau infolge vielfältiger gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Änderungen machen auch vor Heimbach, der kleinsten Gemeinde im Kreis Düren, nicht Halt. Im Kern des Zentralortes gibt es städtebauliche Missstände, die das Zentrum der Kommune erheblich belasten. Sie äußern sich insbesondere durch funktionelle Schwächen im fließenden und ruhenden Kfz-Verkehr sowie im Fußgängerverkehr (Engstellen, wenig Parkplätze, mangelnde Barrierefreiheit).
Des Weiteren führt die mangelhafte Beschaffenheit von Gebäuden (allgemeiner Modernisierungsbedarf, energetische Defizite, Faserzementfassaden und -dächer) zu einem erheblichen Leerstand in Wohn- und Geschäftsräumen. Die unbefriedigende wirtschaftliche Situation des Gebietes hinsichtlich seiner Versorgungsfunktion und der demografische Wandel wegen rückläufiger Bevölkerungszahlen und die Überalterung der Bewohner verschärfen die Situation.

Alle diese Themen wurden in einem städteplanerischen Masterplan aufgearbeitet und analysiert. Aus den aufgezeigten Defiziten wurden in einem Integrierten Handlungskonzept Maßnahmen formuliert, die die Erhaltung und Entwicklung des Stadtkerns zu einem vitalen Standort für Wirtschaft und Kultur sowie zu einem Platz zum Wohnen, Arbeiten und Leben zum Ziel haben.
Deshalb sieht das Integrierte Handlungskonzept eine Vielzahl von Verbesserungen des Wohnumfeldes vor.

Diese Zielvorgaben heben darauf ab, das Profil der Stadt zu schärfen und in einem Leitbild zu verfestigen. Dabei kann das Leitbild mit folgenden Leitzielen verfolgt und umgesetzt werden:

Lebensraum Innenstadt stärken:

Damit die Kernstadt zu einem vitalen Lebensraum werden kann, ist eine möglichst große Durchmischung der Funktionen Wohnen, Handel, Gastronomie, Tourismus, Kultur und Erholung anzustreben.

Öffentliche Räume attraktiver gestalten:

Die öffentlichen Räume sind als „Adresse“ des Ortes durch ihre Gestaltung auf Nahmobilität und Aufenthalt auszurichten. Hierzu sind alle Straßen gut überquerbar zu gestalten, die Seitenräume sind breit und barrierefrei auszubilden, die Aufenthaltsqualität ist zu verbessern.

Wasser in die Stadt:

Das Thema ist ein wichtiger Teil der Identität der „Wasserstadt Heimbach“ und ein Faktor, mit dem sich die Menschen identifizieren. Wasser soll daher überall, wo Raum dafür da ist, in unterschiedlichen Formen in das Stadtbild integriert werden. Wo immer es möglich ist, ist Wasser in Form seines natürlichen Vorkommens oder auch künstlich gestaltet als Brunnen, Wasserspiel oder dergleichen im Stadtbild zu inszenieren.

Stadtbild weiterentwickeln:

Das Stadtbild ist mithilfe Qualität fördernder Verfahren weiterzuentwickeln. Dazu sollen Leitlinien (Gestaltleitfibel) entwickelt und so weit wie möglich durch Wettbewerbe, Diskussion und Überzeugungsarbeit umgesetzt werden.

Tourismus und Kultur weiterentwickeln:

Neben Vorbereitungsmaßnahmen wie der Fortschreibung des Integrierten Handlungskonzeptes, sollen Machbarkeitsstudien klären, ob bestimmte Projekte realistisch umgesetzt werden können. Auch die Erarbeitung eines immobilienwirtschaftlichen Gutachtens zur Vorbereitung der Aktivierenden Immobilienberatung dient dazu, die Grundlagen für die weitere Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zu schaffen. Eine intensive Öffentlichkeitsarbeit in Altstadtforen und Workshops soll die Bürgerschaft anregen, in produktiven Gruppen Ideen und Visionen einzubringen, um ihre Umgebung lebenswerter zu machen.

Ordnungsmaßnahmen wie der Ausbau des Nahversorgungsstandortes „Schönblick“, die Umgestaltung des Bahnhofbereichs mit dem Rurufer zwischen Laacher Brücke und dem Staubecken, die Schaffung von Freiflächen, der barrierefreie Umbau der Hengebachstraße zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität und die Modernisierung und Instandsetzung privater Gebäude, um nur einige zu nennen, dienen dazu, das Sanierungsgebiet entscheidend aufzuwerten.

Übergabe des Förderbescheides an Bürgermeister Peter Cremer durch die Regierungspräsidentin Gisela Walsken

Alle Maßnahmen verlangen einen hohen finanziellen Aufwand, den die Stadt Heimbach nicht aus eigener Kraft bewältigen kann. Die ermittelten Gesamtkosten in Höhe von 6,2 Millionen Euro wurden daher zur Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen erfolgreich angemeldet. Bürgermeister Peter Cremer konnte deshalb am 30.09.2016 den Förderbescheid aus der Hand der Regierungspräsidentin Gisela Walsken entgegen nehmen.
Damit ist der Startschuss zur erfolgreichen Umsetzung eines ambitionierten Projekts für die nächsten Jahre gefallen.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Stadt Heimbach
  • Irmela Werning: Das Stadtgespräch, Bronze 1989. // Foto: E. Wetzig CC-BY-SA 4.0
  • Stadt Heimbach
  • Stadt Heimbach/landschaftsarchitekten club L94
  • Stadt Heimbach/landschaftsarchitekten club L94