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Hergarten

Für das Jahr 864 läßt sich die Existenz des Ortes Hergarten anhand von historischen Schriftstücken nachvollziehen. In einer Tauschurkunde des fränkischen Herrschers Lothar II. findet sich die Bezeichnung "Herigarda". Die in unmittelbarer Nähe einer alten Römerstraße entstandene Siedlung wurde nach Meinung der Namensforscher vermutlich zunächst von verschiedensten militärischen Verbänden als Lagerstätte genutzt und entwickelte sich im Lauf der Zeit zu einem "Heergarten". Aus der alten Sprachform "Herigarda" wurde im 14. Jahrhundert "Hergarden". Im 10. Jahrhundert verfügte der kleine Ort über eine Kapelle. Um 1140 verzeichnen die Liegenschaftsregister des Klosters in Siegburg weiteren kirchlichen Grundbesitz in Hergarten. Seit dem 13. Jahrhundert findet sich dann die Bezeichnung "Pfarrkirch" in den Unterlagen des Dekanates Zülpich (Decanatus Tepetensis).

Im Jahre 1603 verfügte Herzog Johann Wilhelm von Jülich, daß der Hergartener Pfarrbezirk zum kirchlichen Einfluß-
gebiet des Zisterzienserklosters Mariawald gehören sollte (Inkorporation). Der Grund dieses Handelns war in den offensichtlich äußerst kargen Lebensumständen der Mönche von Mariawald begründet. Aus Hergarten stammte schließlich sogar ein Prior von Mariawald: Wilhelm Brewer. Bevor er 1668 das Amt der Klosterleitung übernahm, hatte er bereits 20 Jahre als Pfarrer in Blens und Bergstein gewirkt. Er starb 75jährig im Jahre 1689. Die Patres von Mariawald übernahmen bis zur Aufhebung des Klosters nach der französischen Besetzung in den ersten Jahren des 19. Jh. die Seelsorge in der Pfarrei Hergarten. Durch besonders gewaltige Unwetter in den Jahren 1823/24 wurde die Hergartener Kirche schwer beschädigt. Nach langen Jahren der Bauzeit und vielen Unstimmigkeiten zwischen Kirchengemeinde und Bürgermeister wurde anstelle der alten Pfarrkirche schließlich doch in den 1830er Jahren die neue Saalkirche fertig-
gestellt. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts (1894) erweiterten die Hergartener ihre Kirche im Bereich des Westturms und im Chor.

Infolge von Kriegseinwirkungen (im Februar 1944) war die Pfarrkirche so stark beschädigt worden, daß für den notwendigen Wiederaufbau lediglich die nordöstliche Längswand und ein Abschnitt des Chorraumes Verwendung fanden.

Nach 1895 wurde Hergarten als eigene Amtsbürgmeisterei kommunalpolitisch selbständiger. Zum Amt Hergarten gehörten neben Hergarten/Düttling noch die Gemeinden Vlatten, Berg, Floisdorf, Eicks, Glehn, Hostel und Bleibuir.Bis zur kommunalen Neugliederung war Hergarten eine selbständige Gemeinde und gab dem Amt Hergarten den Namen. Zum 1. 7. 1969 erfolgte der Zusammenschluß mit der Stadt Heimbach. Der knapp über 500 Einwohner zählende Ort weist topographisch eine Höhenlage von 320 bis 390 m über NN aus. Die unmittelbare Nachbarschaft zum Waldgebiet "Kermeter" führte dazu, daß der Ort für den Tourismus attraktiv wurde. Dennoch wird er nach wie vor durch die Landwirtschaft geprägt.

Zwischen den Orten Hergarten und Düttling wurde Ende der 90er Jahre ein ca. 3 ha großes Gewerbegebiet erschlossen. Sowohl die Dorfbewohner als auch die Stadt Heimbach sind bemüht, bei der Gestaltung baulicher Anlagen und der Straßen und Wege den individuellen Dorfcharakter zu erhalten, dies u.a. durch Maßnahmen mit Unterstützung der Europäischen Gemeinschaft und des Landes NRW.

Hergarten bietet ausgezeichnete Wanderwege sowie eine gut ausgestattete Grillhütte am Sportplatz. Für gesellschaftliche Veranstaltungen oder private Feiern stehen Räume im Bürgerhaus Hergarten zur Verfügung. Die ehemalige Hergartener Schule wurde im April 2007 nach umfangreichen Aus-und Umbauarbeiten als "integratives barrierefreies" Nationalpark- Gästehaus in Betrieb genommen (siehe Verlinkung).

 


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Heimbach in Zahlen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Düren
Koordinaten: 50° 38' N, 6° 29' O
Höhe: 227 m ü. NN
Fläche: 64,8 km²
Einwohner: 4359
Bevölkerungsdichte: 69 Einwohner je km²
Postleitzahl: 52396
Vorwahlen: 02446, 02425
Kfz-Kennzeichen: DN
Stadtgliederung: 7 Stadtteile

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