Unter Ihnen der Dürener Landrat Wolfgang Spelthahn, dessen Idee es war, die landesweit kleinste Stadt zum Magneten für Menschen mit einer künstlerisch-kreativen Ader zu machen. Unter den Ehrengästen befanden sich der Direktor und künstlerische Leiter der Kunstakademie, Prof. Dr. Frank Günter Zehnder sowie der Kölner Investor Andre Marcone und Architekt Peter Holdenried aus Heimbach. Letzteren würdigte der Bürgermeister als „wichtigsten Mann der letzten Monate nach dem Motto: „Wer die Steine, die im Weg liegen, zum Bauen verwendet, wird niemals über Hindernisse klagen!“ Der Architekt habe 7 Tage in der Woche auf der Baustelle verbracht und zusammen mit den beteiligten Bau- und Handwerksfirmen eine unvergleichbare Leistung vollbracht. Die Anwesenden dankten dies mit einem ersten großen Applaus.
Im Jahr 1979 wurde das höchste und älteste Wahrzeichen Heimbachs, die fast 1000jährige Burg, vom Kreis Düren an die Stadt Heimbach durch Schenkungsvertrag übertragen. Niemand konnte damals erahnen, dass 30 Jahre später das Leuchtturmprojekt Internationale Kunstakademie Heimbach dort eröffnet würde. Es bedurfte jedoch einiger Zufälle, um die seit Ende 2006 leer stehende Burg wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.
Im Frühjahr 2007 hatte Bürgermeister Züll bei Landrat Spelthahn um eine Nutzungsidee für die leer stehenden Räumlichkeiten auf der Burg Hengebach nachgefragt. Kurze Zeit später traf der Bürgermeister den ehemaligen Städteplaner Heinz Zanger, auch ihn sprach er auf eine Projektidee für die Burg Hengebach an und lernte durch ihn Investor Andre Marcone kennen, der nicht nur von Heimbach, sondern auch von der Burg Hengebach begeistert war. Er wollte die Burg in Wohnungen umwandeln. Fast zeitgleich meldete sich Landrat Spelthahn mit der Idee der Internationalen Kunstakademie.
Nach einem Gespräch mit Landrat Spelthahn, Prof. Zehnder und Investor Marcone stellten die Herren das Projekt Internationale Kunstakademie auf Burg Hengebach am 29.11.2007 der Stadtvertretung Heimbach vor.
Die Begeisterung war so groß, dass die Stadtvertretung, obwohl nicht auf der Tagesordnung, einstimmig den Beschluss fasste, die Kunstakademie mit dem Investor auf der Burg Hengebach zu errichten.
Danach entwickelte sich alles sehr rasch: Der einheimische Architekt Peter Holdenried wurde mit den Umbauarbeiten beauftragt. Prof. Zehnder erstellte zusammen mit den Künstlern Otmar Alt, Arno Schlader, Herb Schiffer und Prof. Walter Dohmen ein Nutzungskonzept. Es folgten Abstimmungsgespräche mit der Denkmalbehörde und der Baugenehmigungsbehörde und für die Heimbacher kam es noch besser: ein seit langem leer stehendes Gebäude, das ehemalige Hotel „Burghof“ an der Hengebachstraße im Zentrum von Heimbach, wurde vom Investor erworben und mit in die Planung der Kunstakademie einbezogen.
Am 20.11.2008 erfolgte der erste Spatenstich. Es dauerte also kein Jahr von der Beschlussfassung in der Stadtvertretung bis zum Spatenstich. Am 23.03.2009 wurde mit den Rohbauarbeiten auf der Burg Hengebach und im Burghof begonnen. Fünf Monate nach Beginn der Arbeiten wurde die Internationale Kunstakademie offiziell eröffnet.
„Nur wer während der fünfmonatigen Bauphase hier vor Ort war, kann glauben und verstehen, was Architekt, Investor und Handwerker in so kurzer Zeit geleistet haben“, lobte Bürgermeister Züll die Beteiligten.
Die Burg Hengebach und das ehemalige Hotel Burghof bilden nach Umbau und Renovierung einen idealen Ort für den Betrieb der Kunstakademie. Auf rd. 1.300 qm Fläche stehen funktionale Räume und großzügige Ateliers für die klassischen Künste und neuen Medien zur Verfügung. Vom Innenhof des Burghofes kann man die Räumlichkeiten der Kunstakademie jetzt barrierefrei über vier Aufzüge problemlos erreichen. Trotz der neuen Nutzung bleibt die Burg auch weiterhin für die Öffentlichkeit kostenlos zugänglich.
Die Kunstakademie ist ein Glücksfall für Heimbach und ein weiterer Meilenstein in Richtung kultureller und touristischer Entwicklung der Stadt Heimbach. Besonders das Gastgewerbe wird vom ganzjährigen Angebot der Akademie profitieren. Zusätzliche Übernachtungsgäste werden erwartet und sorgen für mehr Einnahmen.
Der Standort der Internationalen Kunstakademie liegt mitten im Nationalpark Eifel, dem einzigen Nationalpark Nordrhein-Westfalens. Hier ist der Ausgangspunkt für viele Aktivitäten in der Nationalparkregion mit der einzigartigen Natur und ihren touristischen Sehenswürdigkeiten.
„Ein großer Tag für Heimbach und für die Region. Genießen Sie diesen Tag mit uns und kommen Sie mit ihren Familien und Freunden zurück. Nutzen Sie die Angebote der Internationalen Kunstakademie. Lassen Sie sich anstecken von der Lust auf Kreativität. „Neue Kunst in alten Mauern“ wird auch Sie begeistern“, mit diesen Worten schloss Bürgermeister Züll seine von Stolz und Freude geprägte Begrüßung.
Die Stadt Heimbach hat bewiesen, dass man auch in Zeiten leerer Kassen etwas auf die Beine stellen kann“, würdigte Landrat Wolfgang Spelthahn den Heimbacher Stadtrat, der seine Projektidee ebenso spontan wie einstimmig unterstützt hatte. Ein weiterer Glücksfall war und ist das Engagement des Kunsthistorikers Prof. Dr. Zehnder aus dem Kreis Euskirchen. Als ehemaliger Leiter des Rheinischen Landesmuseums Bonn verfügt er über die Kontakte, um vom Start weg eine hochkarätige Dozentenriege zusammenzustellen, darunter zum Beispiel Otmar Alt. „Jetzt geht es darum, die Akademie mit Leben zu erfüllen!“, appellierte der Landrat an alle Gäste, als Botschafter für die neue Heimstatt der bildenden Künste zu werben.
„Kreativität wecken, Kunst fördern“, umriss Prof. Dr. Zehnder das Anliegen der Akademie, die allen Menschen offen steht, „weil jeder Mensch ein Künstler ist“. Die Dozenten sind arrivierte Künstler aus dem Kreis Düren, aus Deutschland und der ganzen Welt, die allesamt pädagogisches Geschick mitbringen. Alle Sparten der bildenden Kunst werden gelehrt, einschließlich Foto, Film und Performance. Der Einzugsbereich der Akademie soll das Ruhrgebiet ebenso umfassen Belgien, Luxemburg und die Niederlande. „Unsere Gäste arbeiten mit den Künstlern in Klassen und lernen von ihnen. Sie sollen dabei ihre ganz eigene künstlerische Handschrift entwickeln“, erläuterte der Akademiedirektor. Abgesehen von einer Anschubfinanzierung soll sich die Akademie durch die Teilnehmergebühren tragen. So sollen Kursangebot und Schülerzahl mit und mit wachsen, man setzt hier auch auf Mund-zu-Mund-Propaganda.
Programm ist zudem der Brückenschlag zwischen der Akademie und Heimbach und der Region. So werden Exkursionen in den Nationalpark Eifel stattfinden, um zum Beispiel Natur, Geschichte oder Spiritualität zum Thema des künstlerischen Schaffens zu machen. Umgekehrt werden die Menschen zu Ausstellungen und Veranstaltungen in die Burg eingeladen. Ein lebendiger Austausch ist das Ziel.
Bei seiner Führung durch die hellen Ateliers und auf eine Dachterrasse gab Prof. Zehnder einen Hinweis, auf den vermutlich jeder selbst gekommen wäre: „Hier ist jeder Blick hinaus ein inspirierendes Geschenk Gottes.“
Das Startprogramm liegt gedruckt vor, alle Informationen gibt es auch im Internet unter www.kunstakademie-heimbach.de.
Architekt Peter Holdenried erläuterte als letzter Redner in schillernden Worten die Zeit der Um- und Ausbauphase und dankte
Landrat Spelthahn für die unbürokratische Unterstützung
Bürgermeister Züll, seiner Verwaltung und dem städtischen Bauhof für die tatkräftige Unterstützung
Prof. Zehnder für die harmonische Zusammenarbeit bei der Realisierung der Akademieräume
Investor Marcone und seiner Familie für das Vertrauen in seine Arbeit
Frau Zanger vom Rheinischen Amt für Denkmalpflege für ihre kompetente Beratung
allen beteiligten Bau- und Handwerkerfirmen für ihren unermüdlichen Arbeitseinsatz
und nicht zuletzt seinem Mitarbeiterteam für das große Engagement
Den kirchlichen Segen überbrachten in einer ökumenischen Gemeinschaftsbotschaft die beiden Geistlichen, Pfarrer Hans Doncks von der katholischen Kirche und Pastor Christopf Ude von der evangelischen Kirche bei der Einsegnung.
Es begrüßt Sie Bürgermeister Bert Züll.
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Internationale Kunstakademie Heimbach
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