Ort: Heimbach, Internationale Kunstakademie, Hengebachstr. 48
Damals war Otmar Alt noch nicht der renommierte Künstler, der er heute ist, war Mitte 30, also halb so alt, wie er am 17. Juli geworden ist, 70 Jahre nämlich. In Hamm, seiner Heimatstadt, hat man den runden Geburtstag des berühmten Bürgers taggenau gefeiert, in Heimbach gratulierte man ihm zwei Tage später nicht minder herzlich. Seit die Internationale Kunstakademie auf Burg Hengebach eröffnet ist, wirkt Otmar Alt dort als Dozent. Aus diesem Grunde hatten Landrat Wolfgang Spelthahn und Prof. Dr. Frank Günter Zehnder, der Künstlerische Direktor der Akademie, zu einem kleinen Geburtstagsempfang in den Burgsaal eingeladen, bei dem es ein Wiedersehen mit den Mondgrillentauchern gab.
Die Mappe mit den 22 Blättern hatte die Kulturinitiative im Kreis Düren vor zwei Jahren von der Kulturstiftung des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes übertragen bekommen. Jetzt stellte die Initiative die frühen Werke Otmar Alts der Kunstakademie als Dauerleihgabe zur Verfügung. Damit beenden die Mondgrillentaucher ihr Archivdasein und atmen wieder Frischluft. Auf Burg Hengebach werden sie wieder Menschen beflügeln.
Zum Mond geht’s hoch hinauf, getaucht wird tief hinab: Diesen Brückenschlag mussten auch Otmar Alt und die Gäste bewältigen. Der im Juni viel zu früh verstorbene Jülicher Keramikkünstler Arno Schlader war es nämlich, der Otmar Alt in den Kreis Düren „geholt“ hatte. Seit 1997 verband die beiden eine tiefe Freundschaft, aus der viel Kreatives erwuchs. Genannt seien die gläsernen Lisa-Bilder, die sie zusammen mit Kindern und Jugendlichen der Hauptschule Linnich geschaffen haben, der Otmar-Alt-Sprinter der Rurtalbahn und manche Keramikskulptur. Ohne Arno Schlader und seinen de Nickel-Schuppen hätte Otmar Alt den Kreis Düren wohl kaum für sich entdeckt. Wie Schlader seinen Freund aus dem großen Ruhrgebiet immer wieder fürs kleine Rurgebiet begeistert hat, schilderte Alt so: „Otmar, du wirst mich doch jetzt nicht hängen lassen – und schon war ich wieder mit dabei und zwar mit voller Hingabe.“ In einer Schweigeminute gedachten die Gäste des Verstorbenen. Die Trauer hier, die Geburtstagsfreude dort – dieses Mondgrillentauchen gelang an diesem Abend auf bemerkenswerte Weise.
Landrat Wolfgang Spelthahn dankte dem Geburtstagskind für sein vielfältiges Wirken im Kreis Düren. So erinnerte er unter anderem an das großformatige Bild mit den Sehenswürdigkeiten aus dem Kreis Düren, das seit 2003 im Entree des Kreishauses zu sehen ist. Zudem würdigte er Otmar Alts Engagement im und für den amerikanischen Partnerkreis Dorchester County. Den Jubilar beschrieb er als „kreativen Meister, der zugleich ein wirklich netter Mensch ist“.
Was das heißt, fächerte Akademiedirektor Zehnder in seinen „Zehn Honneurs für einen großen Künstler“ auf. Er würdigte Otmar Alt als unverwechselbaren, autonomen, authentischen Künstler ohne Berührungsängste, der dem Betrachter etwas über das Menschsein sagen will und sie zum Dialog einlädt. Zehnder bezeichnete den Jubilar als Poeten, als sinnlichen Menschen, belesen, gebildet, belastbar, mitfühlend und hilfsbereit, begabt mit hintergründigem Humor, kurzum als einen echten Glücksfall für den Kreis Düren.
Es begrüßt Sie Bürgermeister Bert Züll.
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